Dogs of the Dow -Strategie

Mit der „Dogs of the Dow“-Strategie von der Aufholjagd unterbewerteter Aktien profitieren?

Hat nichts mit Hunden zu tun: Die „Dogs of the Dow“-Strategie ist ein bekanntes Anlagekonzept, das sich auf die Kurssteigerung unterbewerteter Aktien fokussiert.
10. November 2025

An den Finanzmärkten erfreuen sich einige Anlagestrategien über Jahrzehnte an Beliebtheit, während andere schnell in Vergessenheit geraten. Eines der bekanntesten Konzepte ist die von dem in Venezuela geborenen US-amerikanischen Wirtschaftswissenschaftlers Michael B. O’Higgins entwickelte und in seinem 1991 erschienen Bestseller „Beating the Dow“ vorgestellte „Dogs of the Dow“-Strategie. In diesem Beitrag erfahren Sie, was sich hinter der Strategie verbirgt, wie sie funktioniert und welche Vor- und Nachteile sie hat.

Was ist die „Dogs of the Dow“-Strategie?

Die „Dogs of the Dow“-Strategie konzentriert sich in ihrer ursprünglichen Form auf die Auswahl von Aktien aus dem Dow-Jones-Index. Die Idee ist einfach: Aus den 30 größten Unternehmen im Dow Jones Industrial Average wählt man die zehn Aktien mit der höchsten Dividendenrendite. Diese sogenannten „Dogs“ werden zu Beginn eines Jahres gekauft und für ein Jahr gehalten.

„Dog“ ist umgangssprachlich ein Begriff für eine minderwertige Sache bzw. etwas Unattraktives. An der Börse sind damit Aktien mit einer schlechten Kursentwicklung in der Vergangenheit gemeint. Die „Dogs of the Dow”-Strategie basiert auf der Annahme, dass Unternehmen mit einer hohen Dividendenrendite tendenziell unterbewertet sind und das Potenzial haben, sich besser zu entwickeln als der Gesamtmarkt. Dividendenrenditen steigen oft, wenn der Aktienkurs sinkt, was darauf hindeuten könnte, dass eine Aktie unterbewertet ist und somit ein Wachstumspotenzial bietet.

Wie funktioniert die „Dogs of the Dow“-Strategie?

Hier ist eine Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Umsetzung der „Dogs of the Dow“-Strategie:

  1. Liste der Dow-Jones-Unternehmen erstellen: Legen Sie eine Liste der 30 Unternehmen an, die im Dow Jones Industrial Average (DJIA) enthalten sind.
  2. Top 10 auswählen: Wählen Sie am ersten Börsentag eines Jahres die zehn Unternehmen mit der höchsten Dividendenrendite. Diese Unternehmen werden als die „Dogs“ bezeichnet.
  3. Kaufen und halten: Kaufen Sie am selben Tag Aktien dieser zehn Unternehmen und halten Sie sie ein Jahr lang in Ihrem Portfolio.
  4. Neubewertung nach einem Jahr: Überprüfen Sie die Aktienauswahl zum Stichtag ein Jahr später erneut und schichten Sie den Bestand entsprechend der Strategie um. Während des Jahres erhaltene Dividenden werden reinvestiert.

Warum ist die Strategie so beliebt?

Durch die Konzentration auf dividendenstarke Unternehmen im Dow Jones setzen Anleger auf große, etablierte Firmen, die stabil genug sind, um Krisen zu überstehen. In abgewandelter Form wird die Strategie in der Praxis auch auf andere Indizes übertragen. Übrigens: In einem Interview mit dem Schweizer Onlinemedium „The Market“ äußerte der Erfinder der Dividendenstrategie erst kürzlich, dass er sie selbst in ihrer Urform nicht mehr anwendet, sondern mittlerweile die sogenannten „Dogs of the World“ bevorzugt.

Vorteile der „Dogs of the Dow“-Strategie

  • Einfachheit und geringer Zeitaufwand: Diese Strategie erfordert weder komplizierte Analysen noch Markt-Timing und sie ist wenig zeitaufwändig.
  • Kosteneffizienz: Da Aktien nur einmal pro Jahr gekauft und bis zu einer etwaigen Umschichtung am Stichtag gehalten werden, sind die Transaktionskosten vergleichsweise gering.
  • Regelmäßige Dividenden: Die hohe Dividendenrendite sorgt für regelmäßige Ausschüttungen.
  • Kleinere Volatilität: Die Fokussierung auf große, stabile Unternehmen minimiert gemeinhin das Risiko im Vergleich zu einer Konzentration auf kleinere und volatile Unternehmen.

Nachteile und Risiken der Strategie

  • Folgerungen aus Index-Zusammensetzungen: Da die Strategie in ihrer Urform auf den Dow-Jones-Index beschränkt ist, könnte sie durch Veränderungen in der Index-Zusammensetzung beeinflusst werden.
  • Potenzielles Klumpenrisiko: Die hohe Gewichtung der USA in globalen Indizes kann ein mögliches Klumpenrisiko darstellen.
  • Schwächere Performance in Phasen besonders starken Wachstums: In Zeiten, in denen Wachstumsaktien hohe Renditen erzielen, kann die „Dogs-of-the-Dow“-Strategie hinterherhinken, da sie auf dividendenstarke, etablierte Unternehmen setzt.
  • Kein Schutz vor Verlusten: Auch große Unternehmen können in Krisen an Wert verlieren, was bedeutet, dass die „Dogs of the Dow“-Strategie keinen vollständigen Schutz vor Kursverlusten bietet.

Wichtiger Hinweis: Kapitalanlagen bergen Risiken. Die Wertentwicklung der Vergangenheit ist kein verlässlicher Indikator für zukünftige Ergebnisse. Dies ist keine Anlageberatung.

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